Bürgeraktion 
Baumschutz Krefeld

Kammmolchaufkommen im Greiffenhorst-Park


Die Fakten:

Nachdem die Stadt Krefeld das größte bis dato gefundene Kammmolch-Aufkommen in Europa (> 4500 Tiere die auf der roten Liste für Artenschutz als gefährdet eingestuft sind) gefunden hatte, nahm sich auch die "BBK" dieses Themas verstärkt an. P. Cornelius Rinne forderte in einer Rede vor dem Rat der Stadt Krefeld dessen Mitglieder auf, den Lebensraum der Amphibien zu schützen (5.4.01). Man beschloß an der bisherigen Planung der Umgestaltung festzuhalten. Für die "BBK" war dies die Aufforderung mit einer höheren Instanz, nämlich dem Landesumweltministerium und der Oberen Landschaftsbehörde, Kontakt aufzunehmen.Diese beiden Instanzen drangen auf ein Gespräch am runden Tisch um die entstande Frontenbildung wieder abzubauen. Die "BBK" war gerne bereit erneut mit der Stadt Krefeld in ein Gespräch einzutreten und nach eine für alle Seiten und vor allem für die Kammmolche positiven Lösung zu kommen.

12.09.01 Treffen des "Runden Tischs", Teilnehmer: Herr Visser (Grünflächenamt), Herr Thies (Untere Landschaftsbehörde), Herr Heidtmann (MUNLV), Frau Schwertfeger (MUNLV), Herr Geiger (LÖBF), Herr Hansmann (Bezirksreg. Düsseldorf, Obere Landschaftsbehörde), Frau Steffens (BBK), Herr Rinne (BBK)

Die Vorgehensweise, mit größtmöglichem Schutz für die Amphibien, im Greiffenhorstpark wurde besprochen. Frau Steffens und Herr Rinne fertigten eine Gesprächsnotiz an, gegen die, gegenüber der Bürgeraktion Baumschutz Krefeld, kein Einspruch erhoben wurde.
Mitarbeiter des Grünflächenamtes wurden über die Abmachungen vom "Runden Tisch" durch Herrn Visser und Herrn Thies weder verständigt noch aufgeklärt und erhielten auch keine Anweisung zur Umsetzung.

Vom 13.09. - 01.10.01 passierte im Greiffenhorstpark nichts!

20.09.01 Gespräch von Frau Steffens mit Herrn Visser. An diesem Tag wurde die Gesprächsnotiz verschickt.

26.09.01 Treffen mit Herrn Malschützky (Stadt Krefeld) im Greiffenhorstpark. Er wußte nichts von den Absprachen bezüglich des Greiffenhorst-Parks.

28.09.01 Telefongespräch mit Herrn Geiger, der sagte, man erwarte einen "Zeitspagat" von ihm den er nicht leisten könne.

1.10.01, 9 Uhr Telefonat mit Herrn Lorenz (Bau- und Umweltdezernent der Stadt Krefeld, somit Vorgesetzter von Herrn Visser), der sich bemühen wollte, dass die Arbeiten endlich anlaufen — er sprach auch von Geldschwierigkeiten.

1.10.01, 12 Uhr Rückruf von Herrn Thies, man sollte sich nicht aufregen, es würde doch gepumpt. — Mit dem Pumpen wurde erst viel später begonnen.

04.10.01, 11 Uhr, war ein Besprechungstermin vor Ort, da erklärte Herr Thies plötzlich, dass die Arbeiten so wie im vorletzten Absatz der Gesprächsnotiz festgelegt wurde (abschnittsweises Vorgehen), nicht gemacht werden könne, man gehe von vorne bis hinten einfach durch die Gewässersohle. — Es erfolgte trotzdem in der darauf folgenden Zeit nichts. Herr Thies teilte ausserdem mit, dass der Termin Ende Dezember (Im Vergleich zur Gesprächsnotiz eh schon extrem nach hinten verschoben) nicht eingehalten werden könne.

4.10.01 Telefonat Frau Steffens mit Herrn Heidtmann, Herrn Hansmann und Herrn Lorenz, mit Hinweis, dass nichts so wie besprochen läuft.

Nach dem 04.10.01 trifft Herr Thies, wie uns berichtet wurde, zufällig beim Regierungspräsidenten in Düsseldorf Herrn Hansmann. Auf Nachfrage, warum es nicht weiterginge, sagte Herr Thies, dass der Grundwasserstand an der Verzögerung schuld wäre. Auf unsere Nachfrage beim nahegelegenen Wasserwerk der SWK zeigte es sich, dass diese Aussage nicht ganz richtig war. O-Ton: "Es hätte schon längst weiter gearbeitet werden können." Gleichzeitig erklärte Herr Thies Herrn Heidtmann, die "BBK" wäre mit allem einverstanden (Falschaussage).

08.10.01 Endlich wird mit dem Abpumpen des Wasser begonnen (es zeigte sich, dass die Firma damit Schwierigkeiten hatte).

8.10. - 12.10.01 Versuch von Frau Steffens Herrn Visser zu erreichen, erbetener Rückruf erfolgt nicht.

Vom 08.10. - 20.10.01 wurden die Gewässer mit Hilfe der "BBK" von Herrn Henf (freier von der Stadt Krefeld beauftragter Biologe) abgefischt.


Im westlichen Teil des Greiffenhorstparks passierte ab 13.09.01 trotz des sehr guten Wetters nichts.

16.10.01 Wir klärten das Ministerium und den Regierungspräsidenten auf, dass immer noch nichts passieren würde.

Der im letzten Abschnitt der Gesprächsnotiz eingegangenen Verpflichtungen von Herrn Visser, die BBK vor jedem Arbeitsschritt zu informieren, erfolgte bis Anfang Oktober nicht und danach nur sporadisch. Auf unseren Anruf vom 08.10.01 kam am 17.10.01 sein Rückruf bei Herrn Rinne mit fadenscheinigen Argumenten und der Aussage, dass es doch bald losgehen würde. 18.10.01 Ortstermin mit Frau Fehrmann (Westdeutsche Zeitung) im Greiffenhorst (Artikel in der WZ vom 22.10.01)

22.10.01 Die "BBK" führte ein Telefonat mit dem Referenten von Oberbürgermeister Pützhofen über die momentane Situation. Er wollte sich kundig machen und auch mit Herrn Geiger telefonieren.

23.10.01 Brief der "BBK" an den Oberbürgermeister mit der Bitte um der Sache wegen einen Weg zu finden. Er möge doch dafür Sorge tragen, damit endlich die Arbeiten beginnen könnten und das gute Wetter ausgenutzt würde, da bei Regen die Betonit-Matte, zur Abdichtung der Teiche, nicht eingebracht werden könnten.

24.10.01 Herr Geiger LÖBF wartete vergebens auf den Rückruf aus dem Oberbürgermeister-Büro.

25.10.01 Rückruf vom Referenten des Oberbürgermeister Herrn Flick, der Oberbürgermeister wäre an einem Gespräch über den Sachstand und das Verhalten seiner Mitarbeiter nicht interessiert. Er wies darauf hin, man solle sich an das zuständige Amt wenden. — Wir dachten, da der "OB" vom Präsidenten des NABU, Herrn Flaßbarth, mit einer Urkunde ausgezeichnet wurde, er wäre der richtige Ansprechpartner und Dienstherr im Sinne der Ökologie.

26.10.01 Herr Flick ließ ausrichten, Herr Visser lehne ein Gespräch mit uns ab, da er die Bürgerinitiative in keinster Weise anerkennt (vgl. Gesprächsnotiz, letzter Absatz). Er hätte am 17.10.01 alles gesagt und eine neue Situation wäre doch auch egal.

29.10.01 Jetzt wurden endlich, in dem am einfachsten zu bearbeitenden Teil (Gesprächsnotiz Punkt 7), 4 kleine Teiche vom Bagger ausgehoben. Es stand nur ein Bagger für ein 1,5 km langes Gelände, das am 20.12.01 fertig sein muss, zur Verfügung.

Hinweis: Nach dem 20.12.01 muss Wasser eingefüllt werden, da Zeit zum Abbau des Nitratgehaltes gewährleistet sein muss, damit die Tiere wieder ein einigermaßen gutes "Zuhause" (PH-Wert) vorfinden (siehe Gesprächsnotiz)

05.11.01 Schreiben an Herrn Heidtmann, Herrn Hansmann und Frau Bauer-Harden persönlich in Düsseldorf überbracht, dass immer noch nichts Entscheidendes passiert.

06.11.01 Herr Heidtmann und Herr Hansmann bitten Herrn Visser um schriftliche Aufklärung, warum es nicht im Sinne der gemeinsamen Abmachung weitergehen würde.

07.11.01, 14.30 Uhr Treffen mit Herrn Malschützky und Herrn Thies, die ankündigen, ein zweiter Bagger solle kommen. Dennoch der Kommentar von Herrn Thies: "Bis zum 20.12.01 schaffen wir es zeitlich nicht."

12.11.01 Der zweite Bagger beginnt damit mit Schotter eine Rampe und eine kurze Straße in den Graben einzubringen, Pflanzen werden achtlos auf dem Kopf an die Seite gekippt. (Gesprächsnotiz: Fachgerechte Lagerung und nachträgliche Wiedereinbringung von Bepflanzung und Sediment.)


15.11.01 Die Bezirksvertretung Oppum/Linn fragt ob alles termingerecht fertig würde, Herr Visser tut Kund, es würde alles termingerecht fertig. Dies tut er obwohl schon feststeht, dass Termin 20.12. nicht eingehalten werden kann.

22.11.01 Treffen der "BBK" mit Herrn Malschützky im Park.

26.11.01 Die "BBK" sieht sich gezwungen Dienstaufsichtbeschwerde gegen Herrn OB Pützhofen, Herren Thies und Herrn Visser beim Regierungspräsidenten zu stellen.

07.01.02 11 Uhr, Treffen mit Herrn Malschützky im Park. Herr Malschützky gibt an, dass am 12.01. alles fertig sein wird (Dieser Termin wurde von Herrn Visser auch der Westdeutschen Zeitung mitgeteilt und dort abgedruckt). Viele Pflanzen die auf die Seite gelegt worden sind, um wieder in das überarbeitete Gewässer eingebracht zu werden, sind kaputt, bzw. durch falsche Einbringung zerstört. Arbeiter werden noch einmal auf den richtigen Umgang mit Pflanzen hingewiesen.

Mittlerweile arbeiten 3 Bagger im Greiffenhorst-Park. Die Betonitmatten werden eingebracht und mit Sand abgedeckt. Sobald der Teil am Mühlhof fertig ist, soll Wasser eingeleitet werden. Durch Wallaufschüttung soll verhindert werden, dass der mittlerer Teil, an dem noch gearbeitet wird, voll Wasser läuft.

9.01.02 Treffen der "BBK" im Greiffenhorst mit Herrn Malschützky.

Am 17.1.02 sollen die Brückenfundamente geliefert und gesetzt werden. am 18.1. dann die Brücken. Danach kann mit dem Einleiten des Wassers im gesamten Teil begonnen werden.

17.01.02 Vandalen öffnen die Rohre der Grundwasserabsenkung und verursachen eine zusätzliche Zeitverzögerung (Wassereintritt).

Fazit:

Es gab keine stetige Aufsicht von Seiten der Stadt oder des beauftragten Planungsbüros. Die Arbeiter wurden nicht oder nur unzureichend eingewiesen. Es wurde somit versäumt die Ausführenden zu besseren Arbeit anzuleiten. Die "BBK" war teilweise öfter im Park als die aufsichtführenden Gremien.

Die "BBK" beklagt, dass sie von Seiten Herrn Visser und Herrn Thies am "Runden Tisch" am 12.09.01 nicht einmal ansatzweise darauf hingewiesen wurde, dass die Arbeiten - wie man sie gemeinsam besprach - nicht möglich wären. Auch auf eventuelle Schwierigkeiten mit der ausführenden Firma wurde nicht verwiesen. Sonst hätte in dieser Runde einen anderer Weg gesucht und gefunden werden können.

Auf die von uns erstellte Gesprächsnotiz über das Treffen vom 12.09.01 wurde weder mündlich noch schriftlich Einspruch erhoben, lediglich die Fertigstellung zu Mitte Oktober wurde, kurz vor Ablauf der Frist, erwidert und diese Frist in mehreren Schritten auf Ende Dezember als definitiv festgelegt. Als auch dies nicht eingehalten wurde, kam der 12.01.02 als Termin für die Wasserbefüllung ins Spiel. Letztendlich wurde am 01.02.02 mit dem Wassereinlassen begonnen.

Wenn die Herren der Stadt Krefeld gegenüber der "BBK" nichts sagen wollten, so hätten sie es aber gegenüber dem Ministerium oder dem Regierungspräsidenten vertraulich tun können. Dies ist auch nicht erfolgt!

Die "BBK  kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass geschwiegen wurde, nur um o.k. aller Beteiligten zu bekommen. Dann wollte und machte doch das was ursprünglich geplant war, ohne Rücksicht zu nehmen auf:

Die begrenzte Zeit
Den Amphibienschutz
Die Kooperation zur Euroga 2002+
Gute fachliche Arbeit

An kurzfristiger Planung kann es auch nicht liegen, dass es nicht weiterging, denn die Planung lief seit über 1,5 Jahren (Aussage von Herrn Marx, Planungsbüro "Grüner Winkel"). Über das einmalige Artenvorkommen war man auch seit einem dreiviertel Jahr informiert.

Die Stadt hielt in keinster Weise die Planung ein, weder Termine noch Ausführung und schon gar nicht das Wiedereinbringen von lebensnotwendigem Bodensatz und der entnommenen Wasserbepflanzung. Ein zur Zeit „keimfreies“ Gewässer ist die Folge. Es mag dem engen Horizont von Gartenpflegern reichen, wer weiter denkt und ganzheitliche Ansätze im Kopf hat, ist maßlos enttäuscht. Zu hoffen bleibt, dass sich die Natur selber hilft. Die "BBK" wird dies genaustens beobachten.



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